Torin

Der kleine Mischlingsrüde Torin kam von unserem befreundeten Verein – der Tierhilfe Hoffnung e.V. – aus Rumänien zu uns.

Torin war immer gut gelaunt und ganz schön flott auf seinen kurzen Beinchen unterwegs – ein richtiges kleines Energiebündel. Am Liebsten hätte er mit jedem Hund gespielt, dem er unterwegs begegnet ist. Auch mit der Katze seiner Pflegestelle kam er gut zurecht. Bei Futter und anderen für ihn wichtigen Ressourcen hörte die Hundefreundschaft für ihn allerdings auf. Daher sahen wir ihn in seinem neuen Zuhause auf Dauer eher als Einzelhund mit Hundefreunden außerhalb des Haushalts. Kuschelstunden mit seinen Menschen genoss er immer sehr.

Schon nach kurzer Zeit lief der kleine Mann prima an der Leine mit und achtet auf sein Pflegefrauchen. Die vorbeifahrenden Autos störten ihn schnell nicht mehr und er ließ sich unterwegs schon nach kurzer Zeit gut ansprechen und zurückrufen. Wenn beim Training etwas gut geklappt hat, setzte Torin sich immer ganz brav hin und erwartete ganz stolz eine Belohnung. Kinder konnte er jedoch nicht besonders gut einschätzen, die waren ihm nicht geheuer und in seine Nähe kommen sollten die bitteschön schon mal gar nicht. Der kleine Rüde war aufmerksam, bellfreudig und meldete Besucher und ungewohnte Geräusche.

Torin hatte von Anfang an ein gesundes Selbstbewusstsein und war – als selbst erklärter „Dorf-Sheriff“ – manchmal ziemlich überzeugt von sich 😉. Daher war es besonders wichtig, direkt von Anfang an klare und für alle Seiten verbindliche Alltagsregeln im Zusammenleben mit ihm aufzustellen.

Uns war schnell klar, dass Torin auf keinen Fall ein Hund für Stubenhocker oder Menschen, die einen leisen, gemütlichen Kuschelhund fürs Sofa (oder die Handtasche) suchen. Er hatte ein kluges Köpfchen und Hummeln im Hintern aber mit geistiger und körperliche Auslastung war er Zuhause ein ruhiger und zufriedener kleiner Kerl und ein total niedlicher und witziger Begleiter.

Torin hatte schon eine feste Interessentin und ein potentielles Zuhause gefunden, kam jedoch nach wenigen Tagen zur Probe wieder zurück, da er im neuen Zuhause plötzlich damit begann, tolles Futter und gemütliche Liegeplätze nun nicht mehr nur gegen andere Hunde sondern auch gegen sein neues Frauchen zu verteidigen. Jedenfalls schien das erstmal der offensichtliche Grund zu sein. Jedoch fielen uns nach seiner Rückkehr weitere Merkwürdigkeiten in seinem Verhalten auf. Torin ging steif, hatte Probleme damit sich richtig flüssig hin zu setzen und zu legen (was er anfangs aber noch gut „versteckte“) und es wurde über kurze Zeit von Tag zu Tag schwieriger, sich in seiner Nähe aufzuhalten, da er plötzlich ganz unvermittelt und ohne erkennbaren äußeren Anlass angriff und ernsthaft zubiss. Egal ob er dabei Mensch oder Hund erwischte. In den meisten Fällen sind Schmerzen oder eine Erkrankung der naheliegendste Grund dafür, wenn ein Hund plötzlich solch ein Verhalten an den Tag legt. Daher war für uns direkt klar, dass wir den kleinen Mann beim Tierarzt vorstellen müssen. Bei der Untersuchung kamen dann auch einige bislang unbekannte Baustellen ans Licht. Im anschließend durchgeführten CT konnte dann auch ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbel festgestellt werden. Der aber vom Schweregrad her eigentlich nicht operiert werden musste sondern konventionell behandelt werden konnte. Torin bekam Schmerzmittel, wurde sicherheitshalber von den anderen Hunden separiert und es schien erst so, als würde er sich nun nach und nach langsam erholen. Dies änderte sich jedoch schnell. Torin ging es plötzlich schlecht, er wurde zusehends dünner und dünner, musste sich ständig übergeben, hatte weiter Schmerzen, hinzu kamen Kreislauf- und Organprobleme und er baute innerhalb kürzester Zeit so ab, dass wir uns leider im August 2022 in der Praxis Hettling von ihm verabschieden mussten.

Torin, du wackerer kleiner Mann! Dein neues Leben hier ging gerade erst los. Es sollte sicher, lang, wunderbar und voller Liebe und cooler Abenteuer sein. Es ist unfassbar unfair und traurig, dass das nun nicht mehr möglich ist.

Mach´s gut! 🧡