Maxim

Name
Maxim (genannt “Max”)
Rasse
Mischling
Geboren
August 2011
Größe
ca. 47 cm Schulterhöhe
Geschlecht
Rüde (kastriert)

Maxim – genannt Max – hat eine Schulterhöhe von ca. 47 cm. Der Mischlingsrüde kam im Februar von unserem Partnerverein – der Tierhilfe Hoffnung e.V – aus der Smeura in Rumänien zu uns und wurde dort auf ein Alter von ca. 10 Jahren geschätzt.

Max hat die letzten Jahre fast ausschließlich in Hundegesellschaft verbracht und dabei nur wenig direkten / längeren Kontakt zu Menschen gehabt. Fremden begegnet er momentan noch sehr ängstlich und vertraut Menschen generell erst mal nicht. Nach einem Pflegestellenwechsel lebt Max bei seiner Pflegefamilie nun mit Familienanschluss im Wintergarten und hat Zugang zum gesicherten Garten. So kann er ganz in Ruhe in seinem Tempo und mit selbst gewähltem Abstand weiter ankommen und sich jederzeit zurückziehen, wenn es ihm zu viel wird.

In seiner jetzigen Pflegestelle entwickelt sich Max sehr gut und baut nach und nach Vertrauen zu seiner Bezugsperson auf. Anfangs verkroch er sich noch, wenn es ihm im Garten mal zu lebhaft zuging, mittlerweile beobachtet er das Geschehen schon neugierig aus der Distanz. Max liebt es Spazieren zu gehen und freut sich immer riesig, wenn es los geht. Mit anderen Hunden kommt er prima zurecht und ist glücklich über jede Begegnung mit Artgenossen.

Max hatte bei uns bereits eine dringend notwendige Zahnsanierung. Er wurde auf die in Rumänien vorkommenden “Mittelmeerkrankheiten” getestet und wegen eines erhöhten Babesien-Titers behandelt. Babesiose ist heilbar. Die Therapie erfolgt mit dem Medikament Carbesia , dieses wird zwei mal im Abstand von 14 Tagen gespritzt.

Für Max suchen wir verantwortungsvolle geduldige Menschen mit Haus und sicher eingezäuntem Grundstück. Ein schon vorhandener souveräner Hund wäre optimal für Max.

Die Hundenothilfe OWL e.V. ist Mitglied im Verein Parasitus Ex e.V., der sich der Grundlagenforschung von parasitären Infektionskrankheiten bei Tieren verschrieben hat. Da uns die Gesundheit unserer Hund auch nach der Vermittlung am Herzen liegt, stehen wir natürlich bei allen Fragen / Befunden / Behandlungen in Zusammenarbeit mit unseren Tierärzt*innen und den Fachleuten von Parasitus Ex e.V. beratend zur Seite. Auf der Homepage von Parasitus Ex e.V. finden Sie fundierte Informationen über die einzelnen Erkrankungen und die Broschüre “Traumhund aus dem Süden”.


Update Juni 2021:

Die guten Neuigkeiten ….
Maxim hat sich in den vergangenen Wochen prima entwickelt und sehr viel Vertrauen zu seinen Pflegeeltern gefasst. Max kann seinen Schlafplatz im Haus frei wählen. Nachdem er sich anfangs immer für einen Platz auf Abstand im Wintergarten entschieden hat, schläft er nun freiwillig auch mit im Haus, frisst seit Kurzem relativ entspannt in Gegenwart der Pflegeeltern und nimmt auch mal ein Leckerli aus der Hand.

Die schlechte Neuigkeiten ….
Da Max in der letzten Zeit zunehmend hechelt, öfter mal hustet, schlapp ist und – entgegen seiner vorherigen Begeisterung – keine langen Spaziergänge mehr machen mag, stellten wir ihn beim Tierarzt vor.Dort wurden im Zuge der Untersuchung auch zwei Röntgenbilder angefertigt, und die hatten es leider in sich. 😕

Auf den Bildern erkennt man deutlich das Projektil einer Schusswaffe, welches in seinem Brustkorb steckt. (Kleinkaliber, vermutlich Luftgewehrmunition). Eine anschließende Blutuntersuchung ergab, dass Max zwar nicht an einer bleiinduzierten Anämie leidet, sein Blut weist aber trotzdem einen ungewöhnlichen Bleigehalt auf. Dieser ist im Vergleich zu den Werten bei einer akuten Bleivergiftung zwar gering, zeigt jedoch, dass wohl dauerhaft Blei aus dem Projektil freigesetzt wird, was auf Dauer zu chronischen Veränderungen führen kann. Zu den typischen Symptomen einer chronischen Bleivergiftung gehören z.B. Müdigkeit, Muskelschwäche, Anämie, Herzrhythmusstörungen und langfristig auch eine Schädigung der Organe und des Nervensystems. Max Beschwerden könnten also leider gut mit dem Geschoss im Zusammenhang stehen.

Max kam Anfang diesen Jahres von unseren Freunden der Tierhilfe Hoffnung aus Rumänien zu uns. Ursprünglich war er laut den Aufzeichnungen wohl ein Straßenhund im ländlichen Bereich, wurde 2017 von den städtischen Hundefängern eingefangen und in die örtliche Tötungsstation gebracht. Von dort übernahm ihn die Tierhilfe Hoffnung e.V. in die Smeura um sein Leben zu retten. Dass die städtischen Hundefänger auf Maxim geschossen haben ist zwar nicht auszuschließen, aber eher unwahrscheinlich. Sehr viel wahrscheinlicher scheint, dass dies Jemand war, der sich durch ihn gestört gefühlt hat. Straßenhunde, die auf der Suche nach etwas Essbarem auch in Gärten und Höfe kommen, werden oftmals vertrieben. Gerade im ländlichen Raum ist es leider verhältnismäßig häufig der Fall, dass dabei auf sie geschossen wird. Bei der Eingangsuntersuchung von Max fiel damals nichts Ungewöhnliches auf. Sofern keine medizinische Indikation gegeben ist, wird dabei nicht standardmäßig geröntgt. Eine frische Verletzung fiel ebenfalls nicht auf. Deshalb ist davon auszugehen, dass das Geschoss vermutlich schon länger als vier Jahre in seinem Brustkorb steckt. Am 01. Juli wird das Projektil aus Max Brust operativ entfernt um weiteren Schädigungen vorzubeugen und um die “Blei-Quelle” aus seinem Körper zu beseitigen.

Update Juli 2021

Die Operation ist mittlerweile gut überstanden, das Projektil konnte komplett entfernt werden. 

Max war schnell wieder auf den Beinen und hatte schon nach kurzer Zeit Lust auf den ersten Spaziergang. Ein OP-Body sorgte in den ersten Tagen für den Schutz der Operationswunde, für diesen Body konnte sich Maxim aber leider ganz und gar nicht begeistern. Mittlerweile wurden die Fäden gezogen , sein Heilungsprozess läuft bisher super, die Wundnaht sieht gut aus und der störende Body ist hiermit – zur Freude von Max – Geschichte.  

Nun erholt er sich weiter und wir sind sehr gespannt auf den weiteren Verlauf und die nächste Kontrolle der Blutwerte. Diese findet allerdings erst in einigen Wochen statt, da der Körper (egal ob bei Mensch oder Hund) relativ lange braucht, um Blei im Körper abzubauen bzw. auszuscheiden.

Dank Hündin Mura, die seit Kurzem ebenfalls in seiner Pflegefamilie lebt, ist Maxim in den letzten Tagen noch einmal etwas offener geworden. Jeder Tag, jede Situation und jedes Verhalten, dass er sich von souveränen Hunden abschauen kann, bringt ihn ein Stückchen weiter nach vorne. Eine ihm fremde Besucherin konnte Maxim sogar schon ein Leckerli geben und ihn streicheln. Daran wäre vor gar nicht so langer Zeit kaum zu denken gewesen.


Auf zum Spaziergang…..