Coco

Mischlingsrüde Coco kam im stolzen Alter von fast 16 Jahren zu uns. Zu dem Zeitpunkt hatte er bereits zwei Mal in seinem Leben unverschuldet sein Zuhause verloren und musste vor seinem Umzug zu uns leider Einiges durchmachen. Coco war ein unheimlich charmanter süßer kleiner Mann, ehe man sich versah, hatte er sich mit seiner fröhlichen Art auch schon ganz heimlich, schnell und leise in´s Herz geschlichen.

Als Coco zu uns kam war er leider in keinem guten Zustand. Neben verfilztem und verklebten Fell, tränenden Augen und alten „vergessenen“ medizinischen Wundklammern im Körper musste er oft husten, atmete zwischendurch sehr angestrengt und machte auch sonst keinen sonderlichen fitten Eindruck. Bei den ersten gründlichen Untersuchungen beim Tierarzt wurde festgestellt, dass Coco herzkrank ist (Mitral- und Trikuspidalklappeninsuffizienz). Sein Herz war stark vergrößert und seine Lunge als Folge davon bereits über längere Zeit mit Flüssigkeit vollgelaufen. Da er in seinem alten Zuhause wohl schon längere Zeit nicht beim Tierarzt vorgestellt worden war, ist davon auszugehen, dass er in den nächsten Wochen jämmerlich an seinem Lungenödem verstorben wäre. Die sofort eingeleitete Entwässerung und eine Einstellung auf passende Herzmedikamente haben ihm sehr wahrscheinlich das Leben gerettet. Nach Einleitung der Therapie konnte man praktisch dabei zuschauen, wie es ihm von Tag zu Tag besser ging und seine Lebensfreude immer mehr wieder zum Vorschein kam, auch wenn klar war, dass er nun bis an sein Lebensende täglich Medikamente nehmen musste.

Coco war schon bei seiner Ankunft aufgrund von grauem Star nahezu blind und hatte eine Linsenluxation im rechten Auge. Bei passenden Lichtverhältnissen schien er aber manchmal noch Umrisse, Bewegungen und Schemen wahrzunehmen. Altersbedingt konnte er zwar nur noch schlecht hören, reagierte aber auf Berührungen, Gerüche, Vibrationen, Schemen und auch auf einige Geräusche z.B. auf lautes Sprechen, Pfeifen, Klatschen, Schlüsselgeklimper……. und erstaunlicherweise auch auf das Knistern von vielversprechenden Leckerli-Tüten. 😉

Seine vertrauten Menschen erkannte er immer und überall und orientierte sich an ihnen im Alltag. Trotz Spondylose und Arthrose lief Coco begeistert an der Leine mit, freute sich über Spaziergänge durch Wald und Wiese und erkundete dabei ausgiebig alles, was ihm unter die Nase kam. In seiner Pflegestelle machte der kleine Mann gerne den Garten unsicher, ließ sich dort die Sonne auf den Bauch scheinen und freute sich jedes Mal wie ein kleiner Schneekönig, wenn es los zur Hunderunde ging.

Wenn er seine neue Umgebung erstmal ausführlich erschnüffelt hatte, merkte man ihm von seinen Beeinträchtigungen allerdings fast gar nichts an. In vertrauter Umgebung bewegte er sich selbstbewusst, fand zielsicher wo er hinwollte und war einfach nur ein ruhiger Senior, der gerne und viel schlafen und kuscheln wollte.

Aufgrund seines Alters und seiner Vorgeschichte war schnell klar, dass wir Coco keinen weiteren Umzug zumuten wollten. Deshalb blieb der kleine Mann als Dauerpflegehund bei uns im Verein und zog vor einigen Monaten zu einer wunderbaren Dauerpflegefamilie, die sich verständnis- und liebevoll um ihn kümmerten. Zusammen mit dem alten Kater Moses ließ er es sich gutgehen. Mit einigen gesundheitlichen Auf und Ab´s zwar, aber immer noch mit jeder Menge Lebensqualität und guter Laune.

Bis sich Ende Juli Cocos Zustand plötzlich innerhalb kürzester Zeit verschlechterte. Sein Herz arbeitete nicht mehr, die Medikamente konnten trotz Maximaldosis nicht verhindern, dass sich rasend schnell ein neues Lungenödem bildete und es ging ihm zusehends schlechter und schlechter. Am 01. August mussten wir ihn in der Frühe gehen lassen und hoffen, dass seine letzten Monate bei uns ein wenig von seinem vorherigen Leben wiedergutgemacht haben. Unser allerherzlichster Dank gilt Cocos Pflegefamilie, die ihn geliebt, rundum gut versorgt und bis ganz zum Schluss begleitet hat.

Mach´s gut kleiner Opi, es war uns eine Ehre!