Willmann, der Lebensretter

Unser ehemaliger Schützling Willmann ist ein wahrer Held!

Schon beim ersten persönlichen Kontakt mit seiner jetzigen Familie im Dezember 2012 war schnell klar, dass da Jemand zusammen gehört.  Familie K. hatte es auf den ersten Blick „erwischt“ und sie schenkten Willmann ein Zuhause, in dem es ihm an nichts mangelte. Vor Allem nicht an enger Verbundenheit und tiefem Vertrauen. Willmann hat dies seiner Familie knapp drei Jahre später  auf seine eigene Art gedankt, indem er seinem Herrchen das Leben gerettet hat.

Am 27.10.2015 wurde der Nachbar, der über Familie K. wohnt, auf Willmanns hysterisch klingendes Bellen und Jaulen aufmerksam. Es klang ganz anders als gewohnt und dem Nachbarn  wurde schnell klar, dass da etwas nicht stimmen kann. Als auch Klingeln und Klopfen erfolglos blieben und weiterhin Gebell aus der Wohnung drang, rief er einen  Freund der Familie an, der einen Schlüssel zur Wohnung hatte. Beide Männer waren sich schnell einig, dass Willmanns Herrchen zuhause sein musste und  der Freund der Familie machte sich sofort auf den Weg.

In der Wohnung dann der große Schreck. Willmanns Herrchen lag bewusstlos am Badezimmerboden und Willmann schien ganz verzweifelt und trotzdem erleichtert, dass nun endlich Hilfe kam. Sofort wurde der Notruf abgesetzt und alles Nötige veranlasst. Der Nachbar versuchte in der Zwischenzeit Willmann zu beruhigen, der ja immer noch in großer Not war. Sein Herrchen wurde noch vor Ort mehrfach reanimiert und alles war sehr hektisch.  Es muss für einen Hund eine Katastrophe sein,  das mit ansehen zu müssen.

Freudiges Wiedersehen

Wie sich in der Klinik herausstellte, war bei Willmanns Herrchen eines von insgesamt fünf Aneurysmen im Kopf geplatzt. Es bestand höchste Lebensgefahr und die Prognosen waren denkbar schlecht. Willmanns Herrchen lag auf der Intensivstation im Koma.  Es standen nun einige Operationen an und sollte er es überhaupt schaffen, würde es Monate dauern, bis er sich erholt hätte und vermutlich selbst dann ein schwerer Pflegefall bleiben. Die Ärzte hatten wenig Hoffnung.

Aber Willmanns Herrchen wollte seinen Lebensretter und seine Frau nicht allein lassen.  Er hat es tatsächlich geschafft wieder auf die Beine zu kommen und jetzt, fast genau ein Jahr später, ist er nahezu vollständig genesen. Er fährt sogar schon wieder selbst mit dem Auto.

Willmann hat dieses Erlebnis geprägt.  Anfangs traute er sich gar nicht mehr in das Badezimmer. Und auch heute noch wird Willmann nervös, wenn sein Herrchen mal ein Nickerchen macht. Da wird der Schlafende immer wieder mit der Schnauze oder mit der Pfote angestupst,  was er vermutlich auch an dem besagten Tag gemacht hat. Auch wittert Willmann sehr schnell mögliche Gefahren und stellt sich schützend vor sein Herrchen.

Willmann Dezember 2012

Hätte Willmann nicht alles „Hundemögliche“ getan und vehement darauf aufmerksam gemacht, dass er Hilfe für sein Herrchen braucht, wäre Alles mit Sicherheit ganz böse ausgegangen.

Willmanns Herrchen trägt jetzt stolz ein T-Shirt auf dem steht:  „In meiner größten Not suchte ich eine Hand und fand eine Pfote“.  Die Beiden wird auch in Zukunft so schnell nichts auseinander bringen können.